Börse persönlich

  • Leben ohne Mr. Market.

    Es ist für mich eine große Erleichterung.
    Obwohl mir das Loslassen alles andere als leicht fällt.

    Das mag wie ein Widerspruch klingen, aber beides ist wahr.

    Dreieinhalb Jahre lang war die Börse war für mich mehr als nur der Traum vom (schnellen) Geld. Sie war mein intellektuelles Spielfeld. Eine Herausforderung für den Kopf, der in meinem normalen Alltag nicht mehr in einer vergleichbar anspruchsvollen Weise beansprucht wird. Die geistige und kreative Seite meines Lebens wurde nämlich unter der Pandemie begraben. Die Messe- und Ausstellungs-Branche, in die ich gewohnt war, meinen Verstand einzubringen, wurde im Frühjahr 2020 von einem auf den anderen Tag dicht gemacht und mir als Freelancerin aka „Letztes Glied in der Kette“ der Boden unter den Füßen weggezogen. Ich sattelte damals aus der Not heraus um, bin seitdem handwerklich tätig und damit glücklich.

    Intellektuell hatte ich mich seit 2021 (insgeheim) (irgendwie) über die Börse definiert. Trotz aller Misserfolge, allem Schmerz, den schrecklichen Phasen.

    Und jetzt, nachdem ich Mr. Market verlassen habe? Wohin mit meinem Kopf. Es ist kein dummer Kopf. Es ist ein Kopf, der beschäftigt werden will, der denken will, der lernen will, der Nüsse knacken will, kreative Lösungen schaffen. In diesem Sinne war die Börse für mich wie Nahrung, eine Art Nahrungsergänzungsmittel für mein Gehirn.

    Das Loslassen fühlt sich momentan wie ein geistiger Kahlschlag an. Und löst Panik in mir aus. Ich empfinde einen ansteigenden Druck, das Loch füllen zu müssen. Etwas Neues tun mit dem Kopf. Etwas Neues tun und bestenfalls in einem neuen Blog Neues darüber schreiben. Wissen anhäufen. Meinen Geist weiter trainieren.

    Und da bleibt ja, Hand aufs Herz, auch ein Rest Hoffnung, doch noch einen Weg zu finden, ohne Mr. Market weiter zu spielen – und das mit einem Anspruch, der über das Einrichten von Sparplänen hinaus geht.

    Momentan ist es ein Loslassen mit nur einer Hand. Dabei wünschte ich, ich könnte mich ganz meinen Händen überlassen. Es muss ja nicht für immer sein.

  • Bye bye Bull.

    Erleichtert und befreit, aber auch müde und ausgelaugt fühle ich mich, seit ich mit Mr. Market Schluss gemacht habe. Passenderweise hatte mir das Internet am Samstag das perfekte Sinnbild dazu geliefert. Zufall? Bestimmung? Ein Zeichen. Meine Entscheidung ist richtig. Endlich habe ich sie getroffen, und doch tut sich nun ein Loch auf, das ich aktuell zu erschöpft bin, näher zu betrachten. Ich denke, das ist typisch, wenn eine toxische, dysfunktionale Beziehung, die sich oft an der Grenze zur Sucht bewegt hat, zu Ende geht. Ein Absacken auf Null. Ob ich einen Weg finde, mir die Börse als Ort für unaufgeregtes, rationales Agieren mit Blick auf langfristige Kapitalbildung zu bewahren, muss ich nun herausfinden. Ohne Angst und Gier. Ohne Verlust von Kopf, Kragen und Kohle. Sprich ohne den negativen Einfluss von Mr. Market. Ein Dank für die Nutzung des Fotos geht an Mirjam Müller, die den Bullen in Hamburg eingefangen hat. Die Bärin ist nicht zugegen. Denn das bin ja ich.

  • Risk off mode.

    Und dann dachte ich: Nein, du darfst Mr. Market weder auf Fuerteventura aussetzen, noch im Atlantik abwerfen. Das wäre gegenüber La Isla Bonita und dem Meer nicht fair. Nimm ihn mit nach Frankfurt. Da gehört er hin. Lass ihn da einfach stehen. Und wenn ihm das nicht passt, soll er sich ein Ticket nach New York besorgen. Er wird klar kommen. Und ich in Zukunft ohne seinen krankhaften Einfluss ruhiger leben.

  • Mögliches Ende des Seelenbärenmarkts.

    Guten-Morgen-Gruß vom schönsten Strand der Welt, zumindest dem Teil der Welt, den ich in meinem Leben bisher kennengelernt habe. Jandia Playa. Nirgendwo liebte ich das Meer bislang mehr. Es ist ein Morgen danach, der nichts mit Erotik zu tun hat, sondern mit einem möglichen Abschied, einer Abkehr von einer Leidenschaft, die nur in dem Sinne erotisch ist, dass allgemein dem Geld auch diese Nuance zugesprochen wird. Erstmals nach dreieinhalb Jahren, die ich mich exzessiv mit Börse beschäftige, ohne erfolgreich damit zu sein, weder monetär noch „publizistisch“, gestehe ich mir ein, dass ein Schlussstrich womöglich die beste Investition wäre. Noch diesen letzten Tag, eine weitere Nacht und ein paar Stunden habe ich an diesem wunderbaren Ort, bevor ich entweder wieder dort lande, woher ich gekommen bin oder in einem neuen Zyklus, der dann dort, zu Hause, beginnt, nachdem ich Mr. Market irgendwo über dem Atlantik von Bord der Boeing geworfen habe.

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  • Momentum is King.

    Mitternacht in Deutschland. Fuerteventura hat noch eine Stunde. Es ist mild. Es ist schön. Ich bin mit mir alleine, bin ganz bei mir. Und da ist der eine Gedanke, dem ich mich seit Tagen nicht entziehen kann. Noch bin ich unsicher, ob es bloß eine Laune ist, aber hier im jetzt, an diesem wunderbaren Ort, denke ich: Ich will mich von Mr. Market trennen. Ich will mich lösen von der destruktiven Energie der Finanzbranche und dem negativen Einfluss, den die Börse oft auf mich hat. Zugegeben, wäre es, wenn eine Trennung tatsächlich das Ergebnis dieser Reise sein sollte, ziemlich dumm gelaufen. Gerade in dem Moment, in dem ich die Beziehung auf meinen Social Media Kanälen endlich öffentlich gemacht habe, ist sie womöglich vorbei. Aber vielleicht hat es ja genau dieses Momentum gebraucht…?! Den Reality Check, der sagt: It is not good.

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  • Reif für die Insel.

    Reading my own book aka ab in den Urlaub. Meer sehen und fühlen, zwischendrin ein bisschen Arbeit am eigenen Ding. Just me, myself and I in einem Shabby-ohne-Chic-Selbstversorgerappartment auf Fuerteventura. Komfort ist mir nicht wichtig, aber: MeTime, Balcony und Meeeeeeeerblick. Ich war schon lange nicht mehr alleine weg und bin gespannt auf diese Re-Experience. Seit Tagen überlege ich, was ich zum Lesen mitnehme. Kurz dachte ich an „Shitbürgertum“ von Ulf Porschardt, weil ich mir zu Aufregern gerne eine eigene Meinung bilde. Aber ne, keine düsteren Wolken über Sonne, Strand und Meer.

    Die Bad Vibrations lasse ich zu Hause, alle. Die Börsenkurse insbesondere, Trumps neueste Auswürfe vor allem, das ganze Marktgetöse, das Hoch- und Runtergerede der „Experten“, die Podcasts und die den Kursen nachhechelnden Analysten mit ihren Wandel-Einschätzungen. Die ganze ohrenbetäubende Sinnlosigkeit. Mute the noise. Ich hoffe, das mir das gelingt.

    Schließlich hatte ich lektüremäßig eine bessere Idee: Ich lese mein eigenes Buch. Denn das ist mein Blog inzwischen: ein 450.000 Zeichen-Werk, das round about 250 Standardromanseiten füllen würde. Manuskript ist ausgedruckt. Das Verrückte daran ist, dass es tatsächlich spannend sein wird für mich zu lesen, obwohl ich es geschrieben habe. „Dummes Geld“ on tour.

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  • Ready for Paartherapie.

    Ms. Bear, also ich, steht an der Seitenlinie der Börse und staunt. Mr. Market ist wieder bester Laune. Seit zwei Wochen steigen die Kurse nach dem Trump Crash, von ein paar kurzen Rumplern abgesehen, in allen Segmenten kontinuierlich. Ganz viel Hoffnung wird eingepreist, dass alles nicht so schlimm kommen wird, wie anfangs erwartet. Ich selbst erachte die momentane Lage in vielerlei Hinsicht als bedenklich und traue dem Markt, auch wenn er angeblich immer recht hat, keinen Millimeter über den Weg. Mich erinnern die Kursbewegungen zu sehr an 2022. Mein erstes Börsenjahr, in dem ich immer wieder dann gekauft habe, als es schon zu spät war – und der Markt (nach einer socalled Bärenmarktrally) wieder abwärts lief. Die Angst, das erneut zu erleiden, hat mich tief geprägt, verfolgt mich seit jeher, hat mir die guten Jahre versaut. Momentan jedoch erscheint mir die Gefahr einer Wiederholung von 2022 groß. Ich kann meine Gefühle nicht ignorieren. Auch deshalb meine Auszeit. Meine Angst (und das damit verbundene Misstrauen) ist einer von vielen Punkten, die in einer Paartherapie mit Mr. Market geklärt werden müssen. Ich bin an einem Scheidepunkt angelangt. Entweder muss ich einen neuen Investment-Groove finden oder die Beziehung zu Mr. Market beenden.

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  • Aussetzen ist das neue Anlegen.

    Vergangene Woche war die Börse im krassesten Achterbahn-Modus ever. Für mich war es eine emotionale Geisterbahnfahrt. Nach drei Jahren schlagen meine Gefühle zwar nicht mehr so intensiv und unkontrollierbar aus wie in meinen Anfängen, und doch kann ich mich ihnen nicht vollends entziehen.

    Mit meinen mutigen Käufen im Kurssturz am Donnerstag und Freitag der vorangegangenen Woche war ich zu früh dran gewesen. Ich habe Tranchen in Dividenden-ETFs investiert und drei Einzelaktien gekauft: Alphabeth, Uber, Xylem. Als die Kurse am Montag weiter fielen, meine Neuerwerbungen entsprechend, habe ich mich sehr gegrämt, erfreulicherweise ohne das frühere Wie-dumm-muss-man-sein-Self-Bashing. So fühlte sich der Verlust zunächst immerhin wie ein kleiner persönlicher Sieg an. Ich hielt das Minus aus. Weiter nachzukaufen traute ich mich jedoch nicht, weder am Montag noch am Dienstag.

    Als die Kurse dann am Mittwoch, nach Trumps marktmanipulativen „Great time to buy“-Posting und anschließender Zollaussetzungsverkündung einen abartigen Sprung machten, stiegen meine Aktien wieder und doch versetzte mir das Spektakel einen Schlag in die Magengrube. Weil ich morgens kurz davor gewesen war, Zukäufe zu tätigen, die Angst vor weiterem Kurssturz mich aber davon abgehalten hatte.

    In der Nacht lag ich wach. Es regte mich auf. Da war ich endlich einmal mutig gewesen, leider zu früh, und als es darauf ankam, hatte mich der Mut verlassen. Ich fasste den nächtlichen Plan, wenigstens am nächsten Morgen weitere Tranchen nachzukaufen – ausgehend von der Annahme, dass der gesamte Aktienmarkt sich weiter erholen würde, nachdem der Knoten erstmal geplatzt war. So wie es auch Markus Koch in der Closing Bell eingeschätzt hatte.

    Donnerstagmorgen kaufte ich also im vorbörslichen Handel, was man sowieso nie tun sollte, weitere Stücke Alphabet, Uber und Xylem. Wenig später setzte dann, anstelle eines weiteren Anstiegs, eine Gegenbewegung ein. Ich war reingefallen, auf meine eigene falsche Einschätzung, die durch die Vorhersage von Markus Koch gestützt worden war. Nach ein paar Stunden mit gefühlt minütlichem Blick ins Depot hielt ich es nicht mehr aus. Kurz bevor die Wall Street anrollte und die Rally des Vortags halbierte, war ich wieder raus. Ich war dem Verlust entkommen, immerhin sogar mit Miniaturgewinn, über den ich mich nicht freuen konnte.

    Warum kann ich es trotz der negativen Gefühle, die es verursacht, nicht lassen, auf Einzelwerte zu setzen? Die Antwort ist einfach: Die Hoffnung, endlich auch mal diejenige zu sein, die mit der richtigen Aktie zum richtigen Zeitpunkt innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen einen nennenswerten Gewinn erzielt, stirbt zuletzt – bar jeder Vernunft. Denn eigentlich verabscheue ich Trader, für die Aktien nur ein Spiel sind. Woran man sieht, wie ambivalent meine Beziehung mit Mr. Market ist. Es ist kompliziert. Nein, mehr noch: irrational und disfunktional.

    Mag ja sein, dass ich weit und breit die einzige Anlegerin bin, die unentwegt dieselben Fehler wiederholt. Die erfolglosen Trading-Versuche sind das eine. Das andere: Trotz mehrerer live erlebter Crashs, bin ich nicht abgebrüht genug, auf dem Nullpunkt der Stimmung zu kaufen. In entsprechenden Situationen entscheide ich mich, wenn es wirklich darauf ankommt, jedes Mal für die Vorsicht, halte mich zurück, bis es zu spät ist. Die Dividenden-ETFs sind mit dem Discount von letzter Woche zumindest langfristig hoffentlich ein guter Move.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Finfluencer lenken ihre Follower seit einigen Tagen kanalübergreifend mit großer Überzeugung in den Kaufmodus.

    Samstag hat Trump verkündet, dass auf Elektroartikel, die US-Unternehmen in China produzieren, kein Zoll bei der Einfuhr erhoben werden soll. Es spricht also einiges dafür, dass Aktien wie Apple, Dell, Nvidia & Co. am Montag „hochballern“, wie Markus Koch in einem samstäglichen Sonderstream prophezeit. Es wirkt wie ein No Brainer. Allerdings war die Nachricht im Bezug auf Halbleiter bereits am Freitag durchgesickert, ohne erwähnenswerte Reaktionen. Was wird also kommen…

    Sehen wir die Mega-Tech-Rally oder ein „Buy the rumor, sell the news“-Event?

    Wie immer ist alles möglich, auch, dass China dem Ping von Donald Trump über Nacht ein neues Pong entgegensetzt. Oder die US-Staatanleihen weiter in rasendem Tempo ansteigen oder Hedgefonds wegen abartiger Derivate-Geschäfte kollabieren… Und was ist eigentlich mit Putin?

    Das Chaos ist unerträglich und ein Ende so bald nicht in Sicht. Eine Entspannung ist möglich. Weitere Einbrüche ebenso. Was ist wahrscheinlicher? Die Unsicherheit dominiert alles.

    Ich überlege, ob ich mich der 90-tägigen Zollaussetzung mit einer Aussetzung meiner Börsenaktivität anschließen soll. Denn ich möchte nicht monatelang am Tropf von Trump-Posts hängen und mich weiterhin so intensiv mit den Risiken beschäftigen, die er in der Welt säht. Stattdessen könnte ich meine Zeit in Ruhe investieren und über andere Dinge schreiben, die mir am Herzen liegen. Oder mich einfach in die Sonne setzen.

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  • Wegsehtherapie.

    Es ist ein irres, ja: berauschendes Schauspiel, das an der Börse derzeit geboten wird. Ein Teil von mir möchte den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen und zuckende rot-grüne Zahlen anstarren. Nennen wir diesen Teil meiner Persönlichkeit ganz unverblümt: Junkie. Der Junkie in mir also möchte stundenlang starren und Aktienkäufe durchspielen, mit denen innerhalb weniger Stunden mit dem perfekten Timing fette Gewinne zu machen wären. Wenn er sich nur trauen würde! Der Junkie in mir wäre liebend gerne mit von der Partei und suhlt sich entsprechend in den Qualen verpasster Gelegenheiten und in den durch die Nicht-Teilhabe ausgelösten Versagensgefühlen.

    Der andere Teil in mir, der Ende letzter Woche zu Ausverkaufspreisen die erste Tranchen erworben hat, nennen wir ihn die Investorin, möchte mit dem Junkie nichts mehr zu tun haben.

    Um mich abzulenken von dem ganzen Lärm – da draußen, genau wie in mir – und als Schutz vor einem möglichen Rückfall mache ich Fleißarbeit und habe endlich den Q1-Abschluss im Depotstatus ergänzt. https://dummesgeld.com/about/

    Im ersten Quartal 2025 war die Welt noch in Ordnung. Europäische und deutsche Aktien stiegen kontinuierlich. „Experten“ konnten das erklären. Während die Bärin in mir wisperte: „Das kann nicht lange gutgehen“. In 2023 und 2024 war sie weiß Gott keine gute Ratgeberin. Dennoch höre ich auf sie.

    Eine Weile bestaunte ich die DAX-STOXX-Rally ohne Handlungsimpulse. Es sah für ein paar Wochen so aus, als sei ich mit meinen Homebias-Depot genau richtig aufgestellt. Als RWE 18% im Plus war und Veolia 15% hielt ich es nicht mehr aus und verkaufte die beiden Positionen mit 600€ Gewinn, dank meines Verlusttopfs ohne Steuerabzug. Auch ein paar Fallen Angels stiegen. Die in Sparplänen angesammelten Aktenanteile von Intel und Nike, meine beiden letzten US-Titel, warf ich raus, als deren Verluste beinahe neutral waren. Die Bayer-Sparplan-Anteile schmiss ich gleich hinterher. Wieder waren die Quartalszahlen grottig ausgefallen. Verlust 150€ – und Tschüss. Aixtron entschied ich mich zu behalten.

    Insgesamt hatte ich in Q1 zurückhaltend und vernünftig agiert. Leider gab es Ende März einen Aussetzer. Ich kaufte Alphabet, 30 Stücke auf einmal, zum damaligen Kurswert von rund 5.000€. Fünftausend Euro auf einen Schlag in Alphabet!! Nichts gegen das Unternehmen. Mich überzeugt die breite Aufstellung mit Cloud, YouTube, KI-Modellen und die gigantische Menge an gesammelten Daten, die digitales Gold sind. Mir gefällt der Bereich selbstfahrende Autos (Waymo) und das frühzeitige Engagement im Longevity-Sektor mit Calico. Alphabet ist ein Kauf, keine Frage, allerdings weiß ich nicht, was mich dabei geritten hatte, auf einen Schlag so viel Geld einzusetzen. Direkt nach dem Kauf ging es runter und ich löste das Ganze reflexhaft mit 150€ Verlust wieder auf. Rückblickend schützte mich das vor dem bevorstehenden 15% Absturz. Immerhin ein kleiner Trost.

    Die größte Befreiung in Q1 war zweifellos der Verkauf meiner Neste Position. So gerne ich ein finnisches Unternehmen, das nachhaltige Kraftstoffe produziert, aus emotionaler und weltverbesserischer Sicht in meinem Portfolio hatte, so wenig liebte die Aktie mich zurück. Bittere 1.300€ musste ich meinem Verlusttopf hinzufügen – und rettete immerhin 1.000€. Neste befindet sich nun auf meinem persönlichen Aktienfriedhof neben Fiverr, Varta, Sunpower, HelloFresh und nicht zu vergessen: Atmofizer aka dümmste Anfängerfalle, in die man hineintreten kann. Alles Werte, die ich nach der Beerdigung ausblende. Aus den Augen, aus dem Sinn. Das ist die beste Art mit liquidierten Fehlkäufen umzugehen. Es dauert tatsächlich nicht lange, und sie sind aus dem Bewusstsein komplett verschwunden.

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  • Trump Discount Shopping (1)

    Wie oft schon wollte ich diesen Blog in die Tonne treten. Und nicht nur diesen Blog. Allem voran meine eigenen Aktiendepots – und damit meine, nach über drei Jahren, nach wie vor unter dem Strich erfolglosen Aktivitäten als Privatanlegerin. In den vergangen drei Wochen nach dem letzten Post hatte ich nicht nur einmal gedacht, dass dies der letzte gewesen wäre.

    Und dann kam der Trump Crash. Er heißt noch nicht offiziell so, aber ich denke, an dem Label wird kein Weg vorbeiführen. Dotcom Crash, Corona Crash, Trump Crash.

    So beängstigend die aktuelle Situation ist. Ich müsste eigentlich sagen: Endlich ist sie da!! Denn auf genau so eine Gelegenheit warte ich seit Jahren. Der Moment irrationaler Panik, in dem ich in den Markt einsteige.

    Und das habe ich getan.
    Ich habe investiert.
    Die erste Tranche.
    Wie in Trance.

    Ich hatte kein gutes Gefühl, während ich die Orders ausführte, ich hatte kein schlechtes Gefühl, ich hatte gar kein Gefühl, nur den einen Gedanken: Du hast dir vorgenommen, zu kaufen, beim nächsten Mal, wenn nackte Panik die Märkte in ein Blutbad stürzt. Egal aus welchem Grund es geschieht.

    Details berichte ich demnächst.
    Aktuell bin ich von mir selbst noch mehr verwirrt, als von der verwirrenden Lage.

    Freitag, der 4. April 2025 wird in die Geschichte der Wall Street eingehen.
    Wie lange der Trump Crash toben wird, steht aktuell noch in den Sternen.

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